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Helixnebel NGC7293
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Der größte planetarische Nebel steht für uns tief am Südhimmel im Sternbild Wassermann bei einer Deklination von -21 Grad. Sein scheinbarer Durchmesser (12x16 Bogenminuten) ist halb so groß wie der des Vollmondes. Obwohl seine Entfernung recht unsicher ist (ca. 400 Lichtjahre), dürfte er dennoch der nächste und einer der jüngsten planetarischen Nebel sein. Die Anregungsenergie bezieht der Nebel von dem 50.000 Grad heißen Zentralstern. Manchmal wird der Helixnebel auch Sonnenblumennebel genannt und diese Bezeichnung ist viel einsichtiger.

Visuelle Beobachtung

Wenn man sich nur die Helligkeitsangabe von 6.5 mag ansieht, könnte man meinen, ein sehr leichtes Objekt vor sich zu haben. Leider verteilt sich die Helligkeit über eine sehr große Fläche wodurch die Flächenhelligkeit drastisch sinkt. Des weiteren wird die Beobachtung stark durch die geringe Horizonthöhe beeinträchtigt. Und nicht zuletzt weil viele Amateure auch mit dem falschen Equipment auf die Suche gehen, hat der Helixnebel den Ruf, nur sehr schwer oder gar nicht beobachtbar zu sein. Als erstes sollte man ein Fernglas (egal welcher Vergrößerung) mit großer Austrittspupille versuchen. In Nächten guter Transparenz ist der Helixnebel z.B. in einem 7x50 problemlos zu sehen. Sehr hilfreich sind in diesem Zusammenhang auch Ferngläser, bei denen sich Nebelfilter ansetzen lassen (z.B. Fujinon). Wer den Helixnebel einmal im Zenit durch ein Myiauchi 20x100 beobachten durfte, wird sich fragen, wie man bei diesem Objekt überhaupt Schwierigkeiten beim Beobachten haben kann.

Fotografie

Die geringe Flächenhelligkeit des Helixnebels macht ihn zu einem anspruchsvollen Objekt für die Astrofotografie. Man kann sich das Leben bedeutend erleichtern, wenn man sich ähnlich wie im visuellen Bereich auf kurze Brennweiten (unter 500 mm) beschränkt. Dort läßt sich in der Regel recht einfach ein Rotfilter zur Kontraststeigerung vor das Objektiv setzen. Ein Großteil der sichtbaren Strahlung des Helixnebels wird nämlich im H-alpha-Bereich abgegeben. Leider ist kaum ein handelsüblicher Schwarz-Weiß-Film bei dieser Spektrallinie empfindlich genug. Eine sehr gute Wahl in diesem Zusammenhang ist nach wie vor der TP 2415 (gehypert) von Kodak. Bei längeren Brennweiten scheidet aus konstruktiven Gründen oft die Rotfiltermethode aus und der geringere Kontrast muß durch entprechend guten Himmel ausgeglichen werden.

Karl Thurner

Aufnahme: 63 kB, Detlef Hartmann, Berlin
Aufsuchkarte: 186 kB
NGC-Aufsuchhilfe für das Sternbild Wasserman von der Sternwarte-Diedorf (3,3 MB)
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Cirrusnebel NGC 6960, 6992-5 uvm.
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Im südlichen Flügel vom Sternbild Schwan befindet sich der Cirrusnebel, ein Supernovaüberrest, der am Himmel fast drei Grad groß erscheint. Die hellsten Teile wurden schon 1784 von William Herschel visuell entdeckt und haben NGC-Nummern, aber auch die Filamente mit IC- und anderen Katalognummern sind visuell und fotografisch erfaßbar. Der rund 30.000 Jahre alte Nebel ist 1300 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Für die Wissenschaft ist der Cirrus bis heute ein Rätsel. Bei diesem hellen Supernovarest ist weder der Zentralstern noch eine andere Strahlungsquelle gefunden wurde, die den Nebel zum Leuchten anregt. Wahrscheinlich ist die Supernova bei der Explosion völlig zerrissen worden und die Energie das Leuchten des Nebels stammt aus dem Zusammenstoß der expandierenden Gasmassen mit dem interstellaren Gas.

Visuelle Beobachtung

Der Cirrus hat in den letzten 25 Jahren eine erstaunliche Wandlung durchgemacht. Einst galt das Objekt als visuell kaum erfaßbar und nur den Fotografen vorbehalten. Dann wurde er von den visuellen Beobachtern sozusagen "entdeckt". Heute fragt man sich, warum der Cirrus früher für so schwierig gehalten wurde. Wenn man die Position kennt, ist der nördliche Bogen NGC6992-5 unter Landhimmel im 7x50 Fernglas als zarter Bogen zu sehen. Mit Nebelfiltern wird der Bogen schon im 7x50 deutlich sichtbar. Der Cirrus ist ein typisches OIII Objekt, d. h. ein Nebelfilter (UHC oder OIII Filter) bringt eine erhebliche Verbesserung im Kontrast. Mit Filter ist der Nebel in allen Optiken ein leichtes und detailreiches Objekt, wobei ein normaler Landhimmel für die meisten Filamente ausreichend ist. Im Vierzöller sieht man den "Sturmvogel" NGC 6960 bei 52 Cyg und "Pickerings Triangular Wisp" zwischen den beiden NGC-Objekten. Mit 8 Zoll und OIII wird der Cirrus zu einem der detailreichsten Objekte am Himmel. Alle Nebelteile zerfallen in zahlreiche Filamente. Mit einem großen Spiegel unter sehr guten Bedingungen geht die Zahl der beobachbaren Einzelheiten in die Hunderte! Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen und unterschiedliche Vergrößerungen auszuprobieren. Mit 4 oder 5 mm Austrittspupille hat man den besten Gesamteindruck, für kleine Details sind höhere Vergrößerungen besser, z. B. 100fach im Achtzöller.

Fotografie

Da der Cirrus sehr groß am Himmel erscheint, kann man mit normalen Teleobjektiven gute Bilder machen. Das Fernrohr wird als Leitfernrohr benutzt, die Kamera sitzt obendrauf (Piggyback). Die besten Ergebnisse erzielt man mit gehypertem TP 2415 und einem Rotfilter vor dem Objektiv. Lang genug belichten! Z. B. 30 Minuten mit 135mm f/2,8. Noch ein Trick: Man nimmt einen Farbfilm, belichtet 30 Minuten mit dem Filter, nimmt das Filter dann vorsichtig ab und belichtet noch 10 Minuten ohne Filter weiter. Das Ergebnis ist verblüffend!

Stefan Schuchhardt

Aufnahme: 76 kB, Detlef Hartmann, Berlin
Cirrusnebel NGC 6960, 6992-5 uvm.
NGC-Aufsuchhilfe für das Sternbild Schwan von der Sternwarte-Diedorf (5,1 MB)
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Andromedanebel M31 (NGC 224)
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Es ist kein Wunder, daß M31 das bekannteste und meistuntersuchteste Messier-Objekt überhaupt ist. Schließlich bietet uns unsere Schwestergalaxie fast den gleichen Anblick, den wir auch von unserer eigenen Galaxie aus entsprechender Entfernung (2.25 Mio. Lichtjahre) hätten. Damit ist sie ein Forschungsobjekt erster Güte. Die erste geschichtliche Erwähnung stammt schon aus dem Jahre 964 von dem arabischen Astronom Al-Sufi. Einen besonderen Platz in der Geschichte nimmt M 31 auch deshalb ein, weil es das erste extragalaktische Objekt war, bei dem es gelang, Einzelsterne nachzuweisen (E. Hubble, 1923 mit 100-Zoll-Spiegel auf Mount Wilson). Damit wurde die extragalaktische Natur der Galaxien bewiesen und unser kosmologisches Verständnis in eine neue Dimension gerückt.

Visuelle Beobachtung

Der Andromedanebel ist das hellste extragalaktische Objekt (außer der LMC) und mit rund 3.5 mag leicht mit bloßem Auge zu entdecken. In den meisten Quellen wird eine visuell erfaßbare Längsausdehnung von 2.5 Grad angegeben. Daß unter sehr guten Rahmenbedingungen hier nicht Schluß sein muß, zeigt der Bericht von Robert Jonckheere. In einem Zwei-Zoll-Binokular hat er in den Jahren 1952/53 eine Maximalausdehnung von 5 Grad gesehen. Diesen Wert wird sicherlich kaum ein Amateur je erreichen. Dennoch zeigt es, daß man für diese Art der Beobachtung kein großes Teleskop als vielmehr einen perfekten Himmel braucht. Mit etwas Übung und Geduld lassen sich auch mit einem Fernglas schon einige Details in M31 erkennen. Der hellere Zentralbereich umfaßt eine Längsausdehnung von ca. einem Grad. Zum Kern hin steigt die Helligkeit stark an. Oft wird in der Literatur auch beschrieben, daß die beiden Staubbänder an der nördlichen Seite erst in größeren Teleskopen zu sehen wären. Bei binokularem Sehen reicht jedoch auch schon ein größerer Feldstecher wie das Fujinon 10x70. Wer unter einem sehr dunklen Himmel beobachten kann, wird vielleicht wie ich zu der Ansicht kommen, daß die Staubbänder in einem größeren Teleskop sogar an Ausdruckskraft verlieren, weil man nur noch einen Teil überblicken kann. Ein solches Aha-Erlebnis hatte ich übrigens unter einem Wüstenhimmel mit einem Miyauchi 20x100, als der Andromedanebel das 2.5 Grad große Gesichtsfeld locker sprengte.

Neben den Staubbändern offenbaren die Spiralarme in kleineren Teleskopen allerdings wenig Strukturen. Das hängt auch mit dem geringen Neigungswinkel der Galaxie gegen die Sichtlinie von 12.5 Grad zusammen. Von den rund 400 katalogisierten Sternhaufen hat der hellste eine eigene NGC-Nummer: NGC 206. Wer ein Teleskop ab 5 Zoll Öffnung sein eigen nennt, sollte einmal versuchen, diese im südlichen Teil von M31 zu suchen. Es ist die größte und hellste Sternassoziation in M31 mit einer Gesamthelligkeit von ca. 11 mag. Vorzugsweise verwendet man möglichst hohe Vergrößerungen, damit sich NGC 206 besser vom M31-Hintergrund unterscheiden läßt. Emissionsnebel lassen sich leider praktisch kaum in M31 beobachten, selbst in größeren Amateur-Teleskopen nicht. Dagegen gibt es eine ganze Reihe von Kugelsternhaufen, die auch dem Amateur mit genügend Öffung zugänglich sind. Insgesamt sind über 500 Kugelsternhaufen katalogisiert worden, sechs davon sind heller als 15 mag. Wer sich in die Materie weiter vertiefen will, sollte den "Atlas of the Andromeda-Galaxy" von Paul Hodge zu Rate ziehen.

Die bekanntesten Begleiter M32 und NGC 205 verdienen ebenfalls eine kurze Erwähnung. M32 hat eine sehr hohe Flächenhelligkeit mit einem hellen, kompakten Zentrum. In kleineren Teleskopen wirkt die Galaxie fast sternförmig. NGC 205 ist dagegen wesentlich größer, allerdings auch mit kleinerer Flächenhelligkeit. Beide Galaxien lassen sich in kleineren Teleskopen problemlos sehen.

Fotografie

Ebenso häufig wie M 31 beobachtet wird, rückt man M 31 natürlich auch fotografisch zu Leibe. Die Galaxie ist wegen ihrer Größe und Helligkeit ein dankbares Objekt, auch für den Amateur, der ohne Nachführung auskommen muß. Ab einer Brennweite von 100 mm (siehe oben) reicht die Auflösung schon aus, um die Staubstreifen aufzulösen und als Detail auf dem Bild erkennen zu können. Besonders geeignet aber sind natürlich Optiken, die den Andromedanebel formatfüllend abbilden, d.h. einen Ausschnitt von rund 3 Grad zeigen. Bei Kleinbildkameras wären das Brennweiten zwischen 500 und 1000 mm. Lohnenswert ist auch der Einsatz von Farbfilmen, obwohl M 31 längst nicht die starke Differenzierung wie z.B. M 33 oder M 101 besitzt. In der Reichweite von professioneller ausgestatteten Amateuren liegen sogar die Kugelsternhaufen und die hellsten Einzelsterne im Andromedanebel.

Karl Thurner

Aufnahme: 131 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc. Die Aufnahme zeigt einen Aussschitt aus dem DSS.
Aufsuchkarte: 64kB
NGC-Aufsuchhilfe für das Sternbild Andromeda von der Sternwarte-Diedorf (4,6 MB)
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Spiralgalaxie NGC253
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Tief am Süden taucht in den Herbstmonaten für kurze Zeit das Sternbild Bildhauer (lat. Sculptor) auf. Selbst unter den Amateurastronomen wäre dieses Sternbild relativ unbekannt, gäbe es in ihm nicht ein außerordentliches Objekt zu finden, die Spiralgalaxie NGC 253. Diese Galaxie ist das hellste Mitglied der sogenannten Sculptor-Gruppe, ein kleinerer Galaxienhaufen ähnlich unserer Lokalen Gruppe. Da die Sculptor-Gruppe nur rund 8 Millionen Lichjahre entfernt ist, liegt sie gewissermaßen direkt vor unserer Haustür. Dies erklärt auch, warum wir diese Galaxie so gut beobachten können. Allerdings reicht die Größe von NGC 253 mit 70.000 Lichtjahren Durchmesser nicht ganz an die Größe unsere Milchstraße heran. Entdeckt wurde die SC-Galaxie 1783 von Caroline Herschel.

Visuelle Beobachtung

Da NGC 253 in unseren geographischen Breiten nur rund 15 Grad hoch am Himmel stehen kann, braucht man gute Horizontsicht. Aber selbst unter weniger optimalen Bedingungen lohnt sich das Aufsuchen, handelt es sich doch bei NGC 253 um die hellste Spiralgalaxie nach dem berühmten Andromedanebel M31. Das bestätigt auch eindrucksvoll die visuelle Helligkeit von rund 7 mag. NGC 253 läßt sich mit nur 12 Grad Kantenneigung in den erweiterten Kreis der Edge-On-Galaxien rechnen. Dementsprechend hat sie auch die Form einer langgezogenen Ellipse und ist durchsetzt mit dunklen Staubstrukturen, die charakteristisch für solche Spiralgalaxien sind. Die scheinbare Ausdehnung beträgt 25x7.3 Bogenminuten. Selbst mit kleinsten Feldstechern ist diese Galaxie wegen ihrer Helligkeit und Ausdehnung bequem zu beobachten. Sie erscheint als lange, strukturlose Zigarre. In größeren Binokularen wie z.B. einem Miyauchi 20x100 sind schon die ersten Ansätze
von Struktur in der Galaxienscheibe zu erahnen. Die Galaxie hat nur ein sehr kleines Zentrum, das erst in größeren Teleskopen konzentriert und stark elongiert erscheint. Von unseren geographischen Breiten aus braucht man allerdings schon 8-10 Zoll Öffnung, um erste Staubstrukturen wahrzunehmen. Der unvermeidliche Horizontdunst verhindert im Normalfall bessere Ergebnisse. Mit zunehmender Öffnung werden die Strukturen immer filigraner, der Galaxienkörper zerfällt regelrecht in Einzelteile. In dieser Hinsicht ist NGC 253 viel interessanter zu beobachten als der große Bruder M31.

Fotografie

Der gesamte Galaxienkörper hat ein viertel Grad Ausdehnung. Damit liegt er in der Reichweite normaler Teleobjektive. Das gestaltet die Fotografie relativ einfach. Schon bei 85mm Brennweite erscheint die Galaxie deutlich und lanzettenförmig. Die auffälligen Staubstrukturen werden bei 500mm Brennweite sichtbar. Die Profis unter den Amateuren können mit 1000mm Brennweite eine Vielzahl von Dunkelwolken fotografieren und mit 2 Meter sogar HII-Regionen und einzelne Sternassoziationen. Lohnenswert ist der Einsatz von Farbfilmen. Wer die Voraussetzungen hat, kann sich auch mit 3-Farb-Komposit-Technik an die Galaxie wagen oder mit RGB-Filtern ein farbiges CCD-Bild gewinnen. Der stark differenzierte Galaxienkörper bietet eine reichhaltige Auswahl an verschiedensten Farbtönungen.

Karl Thurner

Aufnahme: 117 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc
Aufsuchkarte: 83 kB
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Emissionsnebel NGC281
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Ähnlich wie der Orionnebel besteht NGC 281 aus einem offenen Sternhaufen und einem umgebenden Gasnebel. Da NGC 281 allerdings rund sechsmal weiter entfernt ist (ca. 10.000 Lichtjahre), sieht man auch entsprechend weniger Einzelheiten. Der anregende Sternhaufen IC 1590 beinhaltet rund 45 Mitglieder. HD 5005 ist der hellste davon und mit der Spektralklasse O5.5 auch der wichtigste Energielieferant für den Nebel. Gleichzeitig ist HD 5005 ein Mehrfachsystem und wird gerne mit dem Trapez aus dem Orionnebel verglichen. Infrarotaufnahmen von NGC 281 zeigten, daß in den Globulen die Sternentstehung heftig im Gange ist. Entdeckt wurde der Nebel vor rund 100 Jahren von dem bekannten Beobachter E.E. Barnard. Im englischen Sprachraum wird NGC 281 gerne "Pac Man" Nebel genannt.

Visuelle Beobachtung

Um es gleich vorweg zu sagen, NGC 281 ist ein Paradeobjekt für den Einsatz eines Nebelfilters. Damit ist der Nebel sogar mit kleinen Optiken einfach zu sehen, während man selbst mit Teleskopen über 8" Öffnung ohne Nebelfilter Schwierigkeiten hat. Im Prinzip reicht ein lichtstarkes Fernglas unter einem klaren und transparenten Himmel aus. Leider gestatten nur die wenigsten Ferngläser die Verwendung von Nebelfiltern. Eine Ausnahme bilden da die Fujinon-Ferngläser der FMT-SX Reihe. In einem 7x50 erkennt man so NGC 281 als rundlichen Nebel wie ein Halo um den Stern HD 5005. Die Ausdehnung des Nebels beträgt 20x15 Bogenminuten. Selbst mit kleineren Optiken lassen sich einige Komponenten des zentralen Mehrfachsystems beobachten. Der hellste Stern davon ist der schon erwähnte Stern HD 5005 mit 8.2 mag. Ein Begleiter mit 9 mag steht ca. 9 Bogensekunden südlich davon, ein weiterer rund 4 Bogensekunden südöstlich. Schwieriger werden dann schon die beiden letzten Komponenten mit 1.5 und 16 Bogensekunden Abstand sowie Helligkeiten von 10 und 12 mag. Wer sich mit Teleskopen an NGC 281 heranwagt, sollte zunächst auf ein großes Gesichtsfeld achten, möglichst größer als 1 Grad. Dann bleibt um NGC 281 noch genügend Raum übrig und man kann den Nebel leichter erfassen. Ab 6 Zoll Öffnung lohnt es sich, nach der keilförmigen Einbuchtung in NGC 281 zu fahnden, die von Südwesten her in den Nebel läuft. Die südliche Begrenzung des Nebels ist abrupt, während er nach Norden hin diffus ausläuft. Wer noch mehr Öffnung zur Verfügung hat, sollte statt dem UHC- besser den OIII-Filter verwenden. Dieser Filter bringt noch etwas mehr Kontrast und läßt die keilförmige Dunkelwolke deutlicher hervortreten. Daneben zeigen sich dann auch weitere Dunkelstrukturen im Nebel.

Fotografie

Die Helligkeit des Nebels im H-alpha-Licht ist groß. Deshalb läßt sich NGC 281 auch problemlos mit rotempfindlichen Filmen ablichten, unabhängig davon ob es sich um Schwarz-Weiß- oder um Farbfilme handelt. Selbst auf nicht nachgeführten Aufnahmen mit 45s Belichtungszeit habe ich NGC 281 schon identifiziert. Damit NGC 281 allerdings mehr als nur ein ovaler Fleck wird, sollte man schon Brennweiten bis 300mm verwenden. Die rotempfindlichen CCD-Detektoren sind natürlich genauso gut geeignet, oft reicht aber nicht das Gesichtsfeld aus, um NGC 281 komplett auf den Chip zu bekommen.

Karl Thurner

Aufnahme: 82 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc
Aufsuchkarte: 391kB
NGC-Aufsuchhilfe für das Sternbild Kassiopeia von der Sternwarte-Diedorf (2,2 MB)
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Kleiner Hantelnebel M76 (NGC 650)
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Der Planetarische Nebel M 76 ist unter einer ganzen Reihe verschiedener Namen bekannt. Wegen seiner Ähnlichkeit mit dem großen Bruder M 27 wird er gerne kleiner Hantelnebel genannt, aber auch Korkennebel oder Schmetterlingsnebel. William Herschel hat M 76 wegen seiner Doppelstruktur auch zwei NGC-Nummern gegeben, nämlich 650 (südlicher) und 651 (nörlicher). Pierre Méchain entdeckte M 76 im Jahre 1780. Nur wenige Tage später konnte auch Messier den planetarischen Nebel an der Leistungsgrenze seines Telekops beobachten. Angeregt wird der Nebelkomplex von einem 16.6 mag. schwachen aber 60.000 Kelvin heißen Zentralstern, einem sogenannten weißen Zwerg. Über die Entfernung sind sich die Forscher nicht einig, die Angaben verschiedener Literaturquellen schwanken beträchtlich. Ein neuerer Wert spricht von 3.400 Lichtjahren.

Visuelle Beobachtung

Sicherlich zählt M 76 nicht zu den einfachsten Kandidaten unter Messiers Liste. Dennoch sollte man M 76 in Herbstmonaten nicht auslassen, insbesondere dann nicht, wenn man Besitzer eines Nebelfilters ist. M 76 besteht aus einem inneren, helleren Teil mit zylinderförmigen Aussehen und einer Ausdehnung von 42x87 Bokensekunden. Dieser Teil ist verantwortlich für die englische Bezeichnung "cork". Von den Enden des Stöpsels gehen Bögen ab, die eine Ausdehung von 87x157 Bogensekunden erreichen, aber visuell deutlich schwieriger zu sehen sind. Der ganze Komplex ist dann noch von einem 290 Bogensekunden großen Halo umgeben, das sich aber fast nur fotografisch nachweisen läßt. Die visuelle Helligkeit wird mit rund 10 mag. angegeben. Mit einem Fernglas ist M 76 ein wirklich schwieriger Kandidat. Das liegt nicht allein an der Helligkeit, sondern auch an der geringen Ausdehnung. Ab 10-facher Vergrößerung kann man auf die Suche gehen. Besser sind jedoch höhere Vergrößerungen, die jedoch nur stativgebunden funktionieren. Mit einem Fujinon 16x70 läßt sich z.B. folgendes Experiment machen, um den Nebel deutlicher von den Umgebungssternen abzuheben. Auf eine Seite vom Fernglas montiert man den Nebelfilter, die andere Seite läßt man frei. Durch wechselseitiges Hindurchblicken wie bei einem Blinkkomparator "springt" M 76 praktisch ins Auge. Kleinere Refraktoren zeigen immerhin schon die Zweiteilung von M 76. Mit 6 Zoll Öffnung offenbart der innere Teil, der Stöpsel, weitere zarte Stukturen. Wenn man zusätzlich nun einen Nebelfilter verwendet, kann man auch eine Andeutung der Schwingen erahnen. Mit größeren Teleskopen sieht man in den beiden Knoten noch weitere zarte Strukturen und die Flügel biegen sich zurück zum Hauptkörper. Von dem großen Halo ist auch in großen Teleskopen praktisch nichts zu sehen.

Fotografie

Die Fotografie gestaltet sich wegen der geringen Ausdehnung von M 76 schwierig. Bei Brennweiten unter 500mm bleibt M 76 praktisch ein kleiner (roter) Punkt auf dem (Farb-)Film. Ab 500mm kann man die beiden Knoten von M 76 trennen und auch die Bögen sehen. Vorteilhaft ist bei so kleinen Objekten wieder der Einsatz von CCD-Kameras.

Karl Thurner

Aufnahme: 117 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc
Aufsuchkarte: 787kB
NGC-Aufsuchhilfe für das Sternbild Perseues von der Sternwarte-Diedorf (3,7 MB)
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Spiralgalaxie M33 (NGC 598)
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Die sogenannte Lokale Gruppe umfaßt in einem Radius von einigen Millionen Lichtjahren zwei große Spiralgalaxien und rund zwei Dutzend Zergsysteme. Die beiden großen Spiralen sind der Andromedanebel und unsere eignen Milchstraße, die 400 bzw. 200 Mrd. Sonnenmassen aufweisen.. Der bekannteste Vertreter unter den Zwergsystemen wiederum ist M 33 mit rund 20 Mrd. Sonnenmassen. Die Sc-Galaxie ist nur ein wenig weiter entfernt als der Andromedanebel (2.35 Mio. Lichtjahre). Da wir die Galaxie fast genau von "oben" sehen, haben wir einen wunderbaren Blick auf die geöffneten Spiralarme und können auch einzelne Objekte in der Galaxie im Detail studieren. Die Entdeckung von M 33 geht auf Messier aus dem Jahre 1764 zurück.

Visuelle Beobachtung

Für Deep-Sky-Beobachter ist M 33 eine echte Herausforderung und ein wahrer Leckerbissen. Wenn man jetzt allerdings vermutet, die Beobachtung lohne nur mit einem großen Teleskop, dann irrt man sich. Mir ist es z.B. nur mit großen Mühen gelungen, mit einem 8-Zoll-Coudè-Refraktor den hellsten Teil wenigstens zu erahnen. Dagegen zeigte ihn unter gleichen Himmelsbedingungen ein 16x70 Feldstecher völlig problemlos. Welchen entscheidenden Einfluß die Himmelsqualität auf das Beobachtungsergebnis hat, zeigte sich wenig später. Unter wirklich guten Bedingungen offenbarten sich mir in einem 8-Zoll-Newton verblüffend neue Details von M 33, natürlich auch der Gasnebel NGC 604. In noch größeren Teleskopen zerfällt M 33 in immer weitere Einzelheiten. Noch vier weitere Gasknoten, die man in einem 8-Zöller sehen kann, haben eigene NGC-Nummern erhalten: NGC 588, 592, 595 und 603. Mit großer Öffnung und einem UHC-Filter wird die Galaxie unsichtbar, und die Gasnebel in M33 erscheinen wie aneinandergereihte Christbaumkugeln.

Das alles ändert aber nichts daran, daß M 33 am leichtesten mit Binokularen zu sehen ist. Einzelne Beobachter haben M 33 sogar schon mit dem bloßem Auge wargenommen. Diese verblüffenden visuellen Eigenschaften hängen einfach damit zusammen, daß M 33 eine sehr geringe Flächenhelligkeit hat und mit einem halben Grad Durchmesser sehr groß ist. Die volle Pracht von M 33 kommt deswegen erst dann richtig zur Geltung, wenn der Himmel sehr dunkel ist.

Fotografie

Natürlich läßt sich der Spiralnebel auch mit kurzen Brennweiten (unter 135 mm) ablichten. Durch das große Gesichtsfeld kann man auch noch den Andromedanebel mit aufs Bild bringen. Formatfüllend wird M33 allerdings erst über 1000 mm Brennweite. Der Amateur steht dann vor der schwierigen Augabe, neben dem hellen Zentrum auch noch die lichtschwachen Ausläufer der Spiralarme abzubilden. Wie bei der visuellen Beobachtung braucht man dafür einen Himmel mit guter Durchsicht. Unter solchen Voraussetzungen sollte man sich auch an einen Farbfilm wagen, denn M 33 zeigt ein breites Spektrum an Farbnuancen.

Karl Thurner

Aufnahme: 68 kB, Stefan Funk, Karl Thurner
Aufsuchkarte: 65 kB
NGC-Aufsuchhilfe für das Sternbild Dreieck von der Sternwarte-Diedorf (2 MB)
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Plejaden M45
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Eines der Glanzlichter am herbstlichen und winterlichen Himmel sind die Plejaden oder im Volksmund auch Siebengestirn genannt. Diese Sterngruppe gehört zu einem sehr jungen Sternhaufen, der in Wirklichkeit rund 250 Sterne beinhaltet. Weil die Plejaden nur 410 Lichtjahre entfernt sind, erscheint uns der Haufen recht locker und ausgedehnt. In einem Feld von vier Vollmonddurchmessern kann man Mitglieder von diesem Sternhaufen finden. Um die hellsten Sterne kann man Reflexionsnebel erkennen. Da der Sternhaufen nur 20 Mio. Jahre alt ist, wurde vermutet, daß man hier noch Reste der interstellaren Wolke sehen kann aus dem der Sternhaufen entstanden ist. Diese Vermutung trifft jedoch nicht zu. Die Plejadensterne haben ungewöhnlich kurze Rotationszeiten. Die Gas- und Staubmassen sind wahrscheinlich durch die schnelle Rotation der Sterne abgesprengt worden. Der hellste dieser Reflexionsnebel ist der Meropenebel und wurde 1859 von Ernst Tempel entdeckt.

Visuelle Beobachtung

Selbst unter städtischen Bedingungen und nur mit dem freien Auge sind die Plejaden immer ein Erlebnis. Der Sternhaufen hat eine scheinbare Helligkeit von immerhin 1.2 mag und einen Durchmesser von 110 Bogenminuten. Die hellsten neun Sterne liegen allerding in einem Grad versammelt. Verblüffend für den aufmerksamen Beobachter mag der Name Siebengestirn sein. Denn unter schlechten Bedingungen sind nur sechs Sterne sichtbar und unter besseren Bedingungen acht oder mehr. Die Zahl sieben spielt jedoch in den verschiedenen Mythologien eine wichtige Rolle. Unter den Amateuren wird es oft als Sport angesehen, möglichst viele Plejadensterne mit freiem Auge zu beobachten. Normalerweise kommt man auf nicht mehr als 9 Sterne, unter sehr guten Bedingungen auch auf 11. Mein persönlicher Rekord liegt bei 14 Sternen, allerdings erzielt unter einem Gebirgshimmel und mit einer Stunde Beobachtungszeit. Vielleicht berichten in eine der nächsten Ausgaben einige Leser von ihren Erfahrungen.

Für die Beobachtung mit Fernglas oder Teleskop sollte man sich eine Optik mit großem (ca. 2 Grad) Gesichtfeld aussuchen. Ansonsten verliert der Sternhaufen sehr viel von seinem Eindruck. Ideal sind Ferngläser und Teleskope bis 4 Zoll Öffnung. Interessant zu beobachten sind natürlich die bekannten Reflexionsnebel. Da diese Gasmassen im gesamten Wellenlängenspektrum zu sehen sind, nützt es auch nichts, wenn man einen Nebelfilter benutzt. Darin unterscheiden sie sich grundsätzlich von Emissionsnebeln. Das einzige, was in solchen Fällen hilft, ist ein guter Himmel. Dann allerdings kann man schon in einem 7x50 den hellsten Nebel, den Meropenebel, sehen. Richtig auffällig werden die Nebelschlieren in einem 20x100 Miyauchi bei 2.5 Grad Gesichtsfeld. Bedeutend schwieriger sind dagegen die Nebelmassen um Alcyone, Maia, Electra und Taygeta. Wer diese Nebel sehen möchte, braucht einen außerordentlich guten Himmel und eine sehr gute Optik.

Fotografie

Auch fotografisch zählen die Plejaden zu den einfachsten Objekten. Selbst mit einer feststehenden Spiegelreflexkamera und wenigen Sekunden Belichtungszeit läßt sich der Sternhaufen abbilden. Wer zudem eine lichtstarke Optik und einen hochempfindlichen Film benutzt, kann mit dieser Methode sogar schon die Reflexionsnebel nachweisen. Auf den blauen Anteil der Reflexionsnebel reagieren Filme in der Regel recht empfindlich. Farb- und Schwarz-Weiß-Filme können gleichermaßen gut verwendet werden.

Karl Thurner

Aufnahme: 105 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc Aufsuchkarte Plejaden
Aufsuchkarte: 13 kB
NGC-Aufsuchhilfe für das Sternbild Stier von der Sternwarte-Diedorf (1,9 MB)
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Doppelsternhaufen NGC869/884 (h und Chi Persei)
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Warum Messier diese beiden herausragenden Sternhaufen nicht in seine Liste aufgenommen hat, wird wohl immer im Dunkel der Geschichte verborgen bleiben. Dagegen verzeichnete er die ziemlich ähnlichen Sternhaufen wie Präsepe (M 44) und Plejaden (M 45). Selbst Hipparchus hat h und x schon im Jahre 150 v. Chr. erwähnt. Die beiden Sternhaufen erscheinen fast wie Zwillinge am Himmel, besitzen etwa gleich viele Sterne (ca. 300), nahezu die gleiche Helligkeit (4.4 mag und 4.7 mag) und ein vergleichbares, sehr junges Alter. Dennoch besteht keine physikalische Verbindung zwischen ihnen. Es ist reiner Zufall, daß wir sie zusammen am Himmel sehen können.

Visuelle Beobachtung

Mit einer Helligkeit unter 5 mag sind die beiden Sternhaufen sogar unter weniger idealen Beobachtungsbedingungen mit bloßem Auge zu sehen. Sie verschwimmen zu einem diffusen, elongierten Fleck. Schon mit der einfachsten Optik, z.B. einem 8x20 Opernglas, erkennt man aber die wahre Natur der Sternhaufen. Überhaupt ist h und x wohl ein Paradeobjekt für kleine Teleskope mit großem Gesichtsfeld. Erst bei einem Ausschnitt von über einem Grad, kann man beide Sternhaufen bequem gleichzeitig im Okular sehen. Bei kleineren Gesichtfeldern paßt immer nur einer der beiden Sternhaufen ins Okular, wodurch viel vom spektakulären Anblick verloren geht. Beide Sternhaufen zeigen eine deutliche Zunahme der Sternanzahl zur Haufenmitte, was beim Beobachter den Eindruck einer Dreidimensionalität hervorruft. Die helleren und markanteren Einzelsterne besitzt aber h.

Fotografie

Als Einzelobjekte mögen die beiden Sternhaufen nicht gerade spektakulär erscheinen. In Kombination stellen Sie ein Unikum am Himmel dar. Außerdem befinden sich h und x in einer abwechslungsreichen Umgebung nahe den sternreichen Gebieten des Sternbilds Cassiopeia. Damit eignet sich das Sternfeld um h und x praktisch für jede Brennweite. Sogar auf eine Nachführung kann verzichtet werden. Bei einem 50 mm Objektiv, einem 400 ASA-Film und der Deklination der beiden Sternhaufen (ca. +56 Grad) kann man ca. 12 Sekunden belichten, bevor die Sterne strichspurig werden. Es versteht sich von selbst, daß man die Blende dabei möglichst weit öffnet.

Karl Thurner

Aufnahme: 180 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc
Aufsuchkarte: 143 kB
NGC-Aufsuchhilfe für das Sternbild Perseus von der Sternwarte Diedorf (3,7 MB)
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Krebsnebel M1 (NGC 1952)
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Am 4. Juli im Jahre 1054 n.Chr. erschien ein neuer Stern am Himmel. Er war so hell, daß er sogar über einen Zeitraum von 3 Wochen hinweg am hellichten Tage sichtbar war. Von dieser Sichtung wissen wir aus chinesischen und anderen Chroniken, jedoch findet sich keine Erwähnung in irgendeiner europäischen Aufzeichnung. Schuld daran sind wohl die Wirren des "finsteren Mittelalters". Als Messier mehr als 700 Jahre später zufällig sein Teleskop bei der Verfolgung eines Komets auf diese Stelle richtete, fand er einen diffusen Nebelfleck. Dieser sah zwar aus wie ein Komet, veränderte jedoch nicht seine Position am Himmel. Damit er bei späteren Beobachtungen nicht von diesem oder ähnlichen Objekten genarrt würde, schuf er den berühmten Messierkatalog. Wie wir heute wissen ist M 1 der Überrest der Supernova aus dem Jahre 1054.

Visuelle Beobachtung

Vielfach wird der Krebsnebel in der Literatur auch als planetarischer Nebel geführt. Das ist jedoch nicht ganz richtigt. Enstanden ist der Nebel durch eine regelrechte Explosion und nicht durch das Absprengen einer Gasschale. Entsprechend chaotischer ist das Erscheinungsbild von M1 (auf Fotografien). Als Zentralstern ist auch kein Weißer Zwerg sondern ein Neutronenstern übbriggeblieben, der die Gasmassen zum Leuchten anregt. Die visuelle Helligkeit wird mit 8.4 mag angegeben. Damit ist der Krebsnebel ein einfaches Feldstecherobjekt. Geübte Beobachter können ihn schon bei 7-facher Vergrößerung von einem Stern unterscheiden. Die scheinbare Ausdehnung am Himmel beträgt 6x4 Bogenminuten. Von der chaotischen Struktur ist visuell leider nicht sehr viel zu sehen. Viele der markanten Filamente leuchten im H-Alpha-Licht, bei der das Auge relativ unempfindlich ist. Erst in großen Teleskopen offenbaren sich einige Strukturen und Filamente, die auch zu dem Namen Krebsnebel geführt haben. Ein Teil der Nebelmasse aber leuchtet intensiv im Lichte des 2-fach ionisierten Sauerstoffs, wodurch ein O-III-Filter einen deutlichen Kontrastgewinn bringt.

Fotografie

Der Krebsnebel läßt sich zwar sehr leicht auf den Film bannen, zeigt aber bei kurzen Brennweiten keinerlei Strukuren. Er erscheint nur als amorphes Gebilde. Auf Farbaufnahmen ohne große Auflösung wirkt der Krebsnebel weiß bis grün-bläulich. Erst bei langen Brennweiten kann man die chaotische Filamentstruktur abbilden, die den Nebel als rote Faserung durchzieht. Diese feinsten Strukturen leuchten im H-Alpha-Licht, weshalb Profis gerne einen entsprechenden Interferenzfilter benutzen.

Karl Thurner

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Aufsuchkarte: 260 kB
NGC-Aufsuchhilfe zum Sternbild Stier von der Sternwarte Diedorf (1,9 MB)
Knopf
Offener Sternhaufen M37 (NGC 2099)
zu beobachten mitBinokularkleinem Teleskopgrossem Teleskopkleiner Brennweitegrosser Brennweite

Die herbstliche Milchstraße ist reich an offenen Sternhaufen. Der wohl schönste in dieser Gruppe ist M 37 (NGC 2099). Schon im Jahre 1654 wurde der Sternhaufen von Giovanni Batista Hodierna gefunden. Messier sah M 37 am 2. September 1764, konnte die Einzelsterne aber nur schwer unterscheiden. Unter den hellen Sternhaufen im Fuhrmann ist M 37 nicht nur der hellste sondern auch der älteste mit 200 bis 300 Millionen Jahren. Deshalb kann er auch als einziger dieser Sternhaufen schon rote Riesen beinhalten. Wegen diesem Charakteristikum wird M 37 auch gerne mit M 11 in der Schildwolke verglichen. Die Entferung beträgt ca. 4.400 Lichtjahre.

Visuelle Beobachtung

Nur wenige Deep Sky Objekte sind mit bloßem Auge sichbar. Deshalb sollte man den Versuch auch bei M 37 wagen. Die visuelle Helligkeit wird mit 5.6 mag und der Durchmesser mit 15 Bogenminuten angegeben. Unter einem klarem Himmel und mit etwas Übung kann man ihn als kleines diffuses Fleckchen im Milchstraßenband sehen. Jeder beliebige Feldstecher zeigt den offenen Sternhaufen bereits sehr deutlich. Möchte man jedoch auch von den Einzelsternen etwas sehen, muß man in die 70mm Klasse der Feldstecher vorstoßen und am besten auch mehr als 10-fache Vergrößerung verwenden. Mit kleineren Refraktoren ist es dann natürlich kein Problem mehr, die Natur des Sternhaufen zu erkennen. Der Sternhaufen selber hat eine fast dreieckige Form mit der Spitze nach Osten. Am auffälligsten ist ein rund 9 mag heller Stern in der Mitte der Sternhaufens. Viele Beobachter erkennen die leicht orange Färbung des Sterns, manche beschreiben sie sogar als rötlich. Ein ähnliches Phänomen gibt es auch im Sternhaufen M 11, weswegen dieser Sternhaufen gerne als Vergleich herangezogen wird. In größeren Teleskopen zerfällt M 37 in immer mehr Einzelsterne. Bis 12.5 mag sind rund 150 Mitglieder sichtbar, die wahre Anzahl dürfte bei über 500 liegen. Je nach Vorstellungs- und Assoziationsvermögen sehen einzelne Beobachter dunkle Stellen und Bänder, die sich durch den offenen Sternhaufen ziehen. Dies sind natürlich Bereiche, in denen offensichtlich weniger Sterne vorhanden sind.

Fotografie

So einfach wie die Beobachtung gestaltet sich auch die Fotografie. Mit kurzen Brennweiten bis 135mm nimmt man am besten die ganze Region mit den umliegenden Sternhaufen M 36 und M 38 aufs Korn. Der angrenzende Fuhrmann ist auch noch reich an Gasnebeln, die man bei dieser Gelegenheit ablichten kann. Ab 100 mm Brennweite beginnt sich der Sternhaufen schon in Einzelsterne aufzulösen. Bei zu langen Brennweiten und zu kleinen Bildausschnitten verliert sich dagegen die Natur des offenen Sternhaufens und es geht viel von der Ästhetik des Objektes verloren.

Karl Thurner

Aufnahme: 117 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc
Aufsuchkarte: 139kB
NGZ-Aufsuchhilfe für das Sternbild Fuhrman von der Sternwarte Diedorf (1,7 MB)
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